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1 Monat Urlaub in Deutschland und das habe ich wieder schätzen gelernt:

  • frische Waldluft, die nicht nur nach Regen klar riecht

  • den Bäcker, der schon morgens um 6 Uhr frische Brötchen und Brezeln verkauft

  • Autofahren ohne stockenden Verkehr

  • günstig und lecker bei Aldi, Lidle und Co. einkaufen gehen

  • Sonntag = Ruhetag

  • Döner, Käse, Brot, Currywurst, Pizza günstig und lecker essen

  • italienisches Eis essen und dabei draußen in einer schönen Eisdiele sitzen

  • Spielplätze mit Sand und Wiese für unsere Tochter

  • Wald- und Feldspaziergänge

  • Durchs deutsche Fernsehen zappen

Und das habe ich aus Südkorea (Seoul) vermisst:

  • Highspeed Internet kostenlos und an jeder Ecke

  • Busse und Bahnen die pünktlich im 5 Minuten Tackt kommen

  • koreanisches Essen

  • freundlichen Service und immer gut gelaunte Verkäufer und Bedienungen

  • englische Filme im Free-TV

  • diverse Indoorspielplätze (bzw. Kids Cafés) an jeder Ecke für unsere Tochter

  • Food Streets, in denen man jeden Tag des Jahres woanders essen gehen könnte

  • überall mit EC Karte und ohne PIN und Unterschrift zahlen können

  • ohne Anmeldung und langer Wartezeit zum Arzt gehen

  • viele kostenlose und öffentliche Wasserspiele, Planschbecken und Springbrunnen zum Abkühlen in der Hitze

So, noch ein Jahr bleiben wir in Seoul. Unser letztes Jahr hat nun begonnen. Jetzt beginnt die Zeit der „letzten Male“: ein letztes Mal goldener Herbst, ein letztes Mal draußen in Seoul Eislaufen gehen, ein letztes Mal Kirschblüten im Frühjahr, ein letztes Mal Wasserspiele im Sommer, ein letztes Mal…

Ein aufregendes und spannendes Jahr liegt vor uns, in dem auch unser zweites Kind hier in Seoul  im Januar 2018 zur Welt kommen wird. Wer hätte das gedacht? Verließen wir doch Deutschland als Paar mit der Absicht im März 2017 wieder zu kommen, um dann mit der Familienplanung zu beginnen und kommen nun Juli 2018 als Familie mit zwei Kindern zurück.

Hoffen wir doch, dass auch im kommenden Jahr Trump und Kim Jong-un die Füße still halten werden, damit auch 2017 und 2018 in Korea friedvoll bleibt!

9.8.17 06:38


Shanghai – alleine mit Kleinkind

Ich musste ein bisschen nachdenken, ob ich wirklich alleine mit meiner Tochter Fiona (gerade mal 22 Monate) nach Shanghai fliegen sollte oder nicht. Ich habe mich dafür entschieden. Schließlich hatte ich die einmalige Chance über ein verlängertes Wochenende in Shanghai (nur zwei Stunden von Seoul entfernt) eine Freundin zu besuchen.

Am Samstag ging es zur Mittagszeit los. Fiona war ganz aufgeregt, denn wir hatten zum Glück zwei Sitzplätze bekommen (obwohl nur für einen bezahlt) und Fiona konnte in ihrem Sitz Pororo (ein kleiner Pinguin, DIE Kultfigur für kleine Kinder in Korea) schauen. Ziemlich schnell nach dem Start schlief sie aber auch schon für ihren Mittagsschlaf ein und so verging die Zeit wortwörtlich wie im Flug.

Am Flughafen angekommen holte mich meine Freundin Nadja und ihr Mann Noahide ab und mit dem Schnellzug ging es in den Stadtteil Pudong. Dort lieferten wir im schönen Apartmentkomplex bei meiner Freundin erstmal die Koffer ab und bezogen unser Zimmer, bevor es dann im Anschluss zu einem kleinen Spaziergang durch die Umgebung ging. In einem Einkaufszentrum deckten wir uns dann mit chinesischen Mandus (ähnlich wie Maultaschen) und Sushi ein und aßen gemütlich zu Hause. Fiona war bei vielen Chinesen mit ihren blonden Haaren und hellen Augen eine kleine Attraktion und ich hatte oft Mühe die Einheimischen vom vielen Fotografieren abzuhalten. Hätte ich Geld verlangt, wäre ich jetzt vielleicht reich... ?! J

Am Sonntag ging es am Vormittag bei wunderschönem Wetter und klarer Luft mit dem Taxi in einen der zahlreichen Parks. Taxifahren ist hier auch wieder anders, als in anderen asiatischen Ländern. Der Fahrer wird von den Gästen mit einem Plastikfenster abgeschirmt und wenn man sichergehen möchte, dass man auch dort ankommt, wo man hin möchte, dann sollte man die Adresse auf Chinesisch dabei haben. Naohide kann zum Glück Chinesisch und sorgte dafür, dass wir auch dort hingefahren wurden, wo wir hin wollten.

Im Park konnten wir tolle Blumenfelder und kleine chinesische Tempel bewundern und Fiona durfte in einem Gemüsegarten von einer Salatgurke probieren, hinterher Tauben füttern, echte Goldfische  angeln (schon ein bisschen merkwürdig!) und Karussell fahren.

Dann ging es mit dem Taxi in die Altstadt von Shanghai. Die dort modernisierten, aber im alten chinesischen Tempelstil aussehenden Gebäude waren imposant und beeindruckend. In einen der dort zahlreichen Buffetrestaurants, versorgten wir uns mit diversen kleinen chinesischen Köstlichkeiten.

Im Anschluss ging es in den Yuyuan Garten, während Fiona im Kinderwagen schlief. Dies war ein Highlight für mich, denn man empfand, trotz vieler Menschen, eine Ruhe und zwischen Wasserfällen und alten Tempeln sahen wir zig kleine Seen mit Kois und Schildkröten.

Am Nachmittag ging es dann mit der Fähre über den Huangpu Jiang Fluss ans andere Ufer.

Zu Fuß durchquerten wir das Finanzviertel und fuhren mit der Metro wieder zurück ins Apartment.

Am Montag war ich alleine mit Fiona unterwegs, mussten doch Nadja und Naohide arbeiten. Am Vormittag besichtigten wir den Shanghai Tower.

Er ist mit 632 Metern das höchste Gebäude in Shanghai, China und Asien und das zweithöchste Gebäude der Welt, nach dem Burj Khalifa in Dubai. Mit knapp 6 Metern unterschied befindet man sich allerdings in der 121. Etage auf der höchsten Plattform der Erde.

Schon beindruckend, wenn man von dort oben auf die Mini-Menschen und –Autos herab sieht.

Am Mittag gingen wir im Paulaner-Restaurant Würstchen, Sauerkraut, Kartoffelbrei und Brezel essen. Verrückt, denken jetzt vielleicht einige von euch, aber auf asiatisches Essen hatten wir dann doch keine Lust mehr; bekommen wir doch davon auch in unserer jetzigen Heimatstadt Seoul genug. Aber deutsches Essen…mmhhh…das ist schon was Besonderes! J Im Anschluss spazierte ich an der Promenade entlang, während Fiona ihr Nickerchen im Kinderwagen hielt. Dann fing es leider an zu regnen und so verbrachten wir den Nachmittag im Shanghai Ocean Aquarium. Fiona haben die vielen bunten Fische und vor allem die Pinguine und Quallen besonders gut gefallen.

Sehr beeindruckend war der 120 Meter lange Glastunnel durch den man auf einem Laufband fuhr während man Fische, Schildkröten, Haie und Rochen, die über und neben einem schwammen, bewundern konnte.

Zurück sollte es eigentlich mit dem Taxi gehen, aber nach 45 Minuten Wartezeit liefen wir dann doch durch den Regen schnell zur Metrostation. Man wartet in Shanghai dann doch länger auf ein Taxi, als in Seoul, wo es höchstens 5-10 Minuten dauert, auch bei Regen! Zur Rushhour und das noch bei Regen ist Metro fahren mit Kind und Kinderwagen in Shanghai schon was Besonderes und anstrengend, aber zum Glück trafen wir einige sehr nette Chinesen, die uns halfen den Kinderwagen die Treppen hoch und runter zu tragen, einzuklappen und wieder auseinander zu falten.

Dienstag war schon wieder Abflugtag und nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum Flughafen.

Schön war's! Danke Shanghai! Danke Nadja und Naohide für die Gastfreundschaft, die Führungen und die Ausflugtipps.

 

7.7.17 03:32


Ausflug zur Yeomyong-Schule – Eine Begegnung mit nordkoreanischen Flüchtlingen

„Das sind ja ganz normale Schüler!“, sagte einer meiner 9. Klässler, nach dem Ausflug zur Yeomyong-Schule. Diese hatte ich zusammen mit meiner 9. Politikklasse der Deutschen Schule Seoul International (DSSI) im Juni 2017 besucht. Yeomyong heißt „neuer Morgen“, also Neuanfang, sozusagen, für die Jugendlichen, die aus Nordkorea geflohen sind und nun einen Neustart mit Hilfe dieser Schule in Südkorea wagen. Ja, es sind ganz normale Jugendliche, aber irgendwie auch nicht. Denn sie hatten erstaunliche Lebensgeschichten zu erzählen. Sie erzählten von ihrer Flucht aus Nordkorea bis nach China und teilweise noch weiter. Sie erzählten von ihrer Ankunft in Seoul und den Schwierigkeiten sich in das neue System einzuordnen. Lustig ging es teilweise zu, bei einem individuellen Austausch in Kleingruppen, in denen sich Koreanisch sprechende Schüler/innen mit anderen Jugendlichen zusammen fanden, die der Sprache ihres Gastlandes nicht mächtig sind. Auch Fragen über Deutschland mussten unsere Schüler/innen beantworten. Ja, lustig ging es zu, aber auch nachdenklich, zurückhaltend und manchmal sogar traurig. „Warum gibt es dort drüben in China so viele Lichter und Straßenbeleuchtung?“ Das fragte sich ein Mädchen, damals, als sie noch in Nordkorea lebte, an der Grenze zu China, in einem Dorf in dem sie keine Freiheit kannte. Zusammen mit ihren Eltern wagte sie die Flucht. Bis nach Vietnam schlug sie sich durch, tausende Kilometer weit zu Fuß und mit dem Auto, dann stieg sie in den Flieger, der sie nach Seoul brachte, in die Stadt, die nur einige hunderte Kilometer weit weg von ihrem ursprünglichen Heimatort liegt. Alleine kam sie an, ohne ihre Eltern, die waren auf der Flucht ums Leben gekommen… 

 

Vor den Gesprächen mit den Schüler/innen, der Yeomyong-Schule übergab die 9. Klasse ihre Spende von 310.000 Koreanischen Won (ca. 240 Euro). Das Geld hatten die DSSI Schüler/innen beim Flohmarkt und Waffelverkauf eingenommen. Die Schule freute sich sehr und der Direktor teilte uns mit, dass dieses Geld für neue Literatur verwendet werden wird. Die Yeomyong-Schule finanziert sich rein durch Spenden und Subventionen des Staates. Dennoch reicht es nicht, für einen Schulhof oder eine Sporthalle, größere Klassenräume oder eine eigene Mensa. Das Essen wird von drei Kirchen gespendet, die sich abwechselnd um die Verköstigung kümmern. Sehr klein ist die Schule, wie die 9. Klässler, bei einem Rundgang feststellen mussten und dennoch reicht es, dass hier nordkoreanische Flüchtlingskinder und –jugendliche liebevoll von anderen Koreanern, sozusagen ihren Brüdern und Schwestern, betreut und versorgt werden und hoffentlich irgendwann einen Platz in der südkoreanischen Gesellschaft finden. Die Lehrerinnen und Lehrer dieser Schule sind zum Teil selbst als Jugendlicher aus Nordkorea geflohen, haben die Yeomyong-Schule besucht, studiert und sind wieder als Lehrer zurückgekehrt. Eine Lehrerin trafen wir, die Englischlehrerin in Nordkorea war, floh und nun an der besagten Schule unterrichtet. Auf den Fotos möchte sie nicht erkannt werden, zu groß die Gefahr, das nordkoreanische Spitzel sie erkennen und zurückbringen könnten! Und was möchten Yeomyong-Schüler/innen machen, wenn sie das koreanische Abitur in der Tasche haben? Auch hier, ganze normale Antworten. Studieren möchten die meisten; Psychologe, Erzieherin, Lehrerin oder Dolmetscher werden oder auch einfach nur die Welt bereisen! Das schätzen alle nordkoreanischen Jugendlichen, ihre Freiheit! Ganz normale Teenager also, aber irgendwie doch nicht. „Wir sind Außenseiter, sprechen einen anderen Dialekt, haben daher keine südkoreanischen Teenager-Freunde“, sagten sie auf Nachfrage. Ganz normale Teenager also? Irgendwie schon, aber irgendwie auch doch nicht…Spenden für diese Schule nehme ich gerne entgegen! Bitte sendet mir eine PM für das weitere Vorgehen. Ich sorge dafür, dass jeder Cent persönlich an den Direktor übergeben wird!

22.6.17 14:40


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