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Interview: Mein Leben in Seoul

Für "Mini and Me" wurde ich über unser Leben in Seoul mit Baby interviewt. Klickt euch mal rein!

http://www.mini-and-me.com/im-ausland-leben-mit-kindern-sandra-lebt-mit-papa-und-baby-in-seoul-suedkorea/

 

 

26.6.16 07:39


Nordkorea in Südkorea


Alles über: Was bekommen wir in Südkorea von Nordkorea mit? Leben wir gefährlich, weil es noch keinen Frieden, sondern nur einen Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern gibt und offiziell noch Kriegt herrscht? Was halten Südkoreaner von der Wiedervereinigung beider Länder?

 

Fakten über Nordkorea

Auf der Seite des Auswärtigen Amtes liest man folgendes: Pjöngjang ist die Hauptstadt Nordkoreas. Mit ca. 25 Millionen Einwohner hat Nordkorea damit fast halb so viele Einwohner wie Südkorea. Der "ewige Präsident" ist - obwohl schon längst verstorben - immer noch Kim Il Sung. Sein Enkel Kim Jong Un ist nun "Führer von Partei, Volk und Armee". Nordkorea kann von jedem Deutschen mit Visum über China bereist werden; die persönliche Sicherheit sei nicht gefährdet. Allerdings kann es sein, dass der Aufenthalt eingeschränkt wird, da politische Spannungen schnell zunehmen können. Interessant: Seit August 2015 gilt in Nordkorea die Pjöngjang-Zeit. Die Uhren laufen dort nun eine halbe Stunde hinter der Zeit Südkoreas.

Nordkorea in den südkoreanischen Medien

Arirang ist der einzige Sender in Korea, der koreanische Nachrichten auf Englisch bringt.  Auf ihn muss man sich verlassen können, möchte man etwas vom politischen, wirtschaftlichen oder kulturellem Leben in und um Seoul mitbekommen. Natürlich wird auch hier über Nordkorea berichtet. Teilweise sehr neutral, mit angeblichen Fakten über den nördlichen Teil Koreas, die wir über westliche Medien auch mitbekommen; teilweise hatte ich aber auch schon ein paar Mal den Eindruck, dass eher positiv für den Süden und damit vorteilhaft für Südkorea berichtet wurde. So soll natürlich jeder in Südkorea Lebende auch damit beruhigt werden, wenn militärische Übungen an der Grenze - die regelmäßig zusammen mit den vielen amerikanischen Soldaten, die hier stationiert sind - erfolgreich absolviert wurden.

Jede Metro-Station ist gleichzeitig auch ein Bunker (Shelter), in den man im Falle eines Angriffs fliehen kann!

Zum Nachdenken anregend sind auch immer die Dokumentationen, die über Menschen in Nordkorea berichtet werden. So erinnere ich mich an einen Kurzfilm über einen älteren Mann, der sich während des Krieges in den 50er Jahren entscheiden musste, ob er im Norden oder im Süden bleiben möchte. Er entschied sich für die südkoreanische Seite zu kämpfen und nahm in Kauf von Familie und Freunden getrennt zu werden. Bis heute hat er sie nicht wieder gesehen! Nachdem er seine Geschichte erzählt hatte, drehte er sich Richtung Nordkorea und rief laut "Mamaaaaa!", wohlwissend, dass seine Mutter nicht mehr lebt. Diese Szene war so herzergreifend, dass ich fast mit weinen musste. 

Das erinnerte mich auch an ein Buch, das ich mal gelesen hatte: Lasst mich eure Stimme sein - Sechs Jahre in Nordkoreas Arbeitslager. Soon Ok Lee berichtet in diesem Buch, wie sie sechs Jahre in Arbeitslagern in Nordkorea leiden musste und nur durch Zufall nach Südkorea entfliehen konnte. Während ich dieses Buch las, musste ich tatsächlich oft weinen, weil es einfach so schrecklich und so unwirklich ist, was Soon Ok Lee berichtet. Es erinnerte mich sehr an die Arbeitslager während des Dritten Deutschen Reiches, nur dass die Arbeitslager in Nordkorea leider immer noch existieren. Und was können wir normal Sterbliche dagegen tun? Leider so gut wie fast gar nichts! Echt schrecklich!

 

Ausflüge an die Grenze

Noch nicht mal 50 Kilometer Luftlinie trennen Seoul von Nordkorea. Klar, dass von Seoul aus einige Touristen-Touren in das Gebiet Panmunjeom unternommen werden, in dem von 1951 bis 1953 der Koreakrieg verhandelt wurde. Dort in der JSA (Joint Security Area = Gemeinsame Sicherheitszone) befinden sich drei blaue Häuser, von denen eine von Touristen besucht werden kann. In der JSA wurde auch 1953 von China, Nordkorea und der UN das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Auch heute noch wird diese Zone von nordkoreanischen und von südkoreanischen, sowie amerikanischen Soldaten bewacht. Es ist der einzige Ort innerhalb der DMZ (Demilitarisierte Zone), der von Touristen besucht werden darf.

Aber nicht nur dort sieht man unter anderem Stacheldrahtzäune, die die Grenze zwischen dem Norden und dem Süden markieren, sondern auch an der Küste in Gangneung im Osten Südkoreas. Grund dafür ist, dass schon einmal Schiffe aus Nordkorea probiert haben, das südkoreanische Gewässer zu erreichen und an Land zu kommen. Südkorea möchte sich daher so von einer Invasion schützen. Komisch war es schon für uns, entlang des Strandes mit Stacheldraht spazieren zu gehen.  

Meine Begegnung mit Flüchtlingen aus Nordkorea

Vor einigen Wochen besuchte ich an einem Abend einen Vortrag der Organisation TNKR (Teach North Korean Refugees), bei dem drei Flüchtlinge aus Nordkorea von ihrem Leben bzw. ihrer Flucht berichtet hatten. Da es für Nordkoreaner schwierig ist sich schnell in Südkorea zu integrieren, hilft diese Organisation Nordkoreanern in Seoul Fuß zu fassen. So unterrichten freiwillige Helfer Englisch oder helfen ihnen in der Konsum- und Medienwelt in Seoul zurecht zu kommen, da sie so eine Welt aus Nordkorea ja nicht kennen. Eine Frau und zwei Brüder berichteten von ihrem Leben. Der ältere dieser Brüder erzählte von seiner Militärzeit in Nordkorea und erklärte, wie sie nur mit Hand und Hammer Brücken abbauen mussten. Die Arbeit war so gefährlich, dass einmal ein Teil einer Brücke einstürzte. Weil keine Kräne in der Nähe waren und kein Krankenwagen zur Hilfe gerufen werden konnte, starben einige seiner Kameraden bei diesem Unglück. Der jüngere Bruder erzählte, wie er an der Grenze zu China illegal Schmuggel betrieben hatte. Dadurch bekam er etwas der Außenwelt mit und wollte fliehen, obwohl er in Nordkorea immer wieder falsche Propaganda über Südkorea und Amerikaner hören musste. Die Frau berichtete, dass ihre erste Flucht mit ihrem Baby nicht gelang, sie gefangen und geschlagen wurde. Die zweite Flucht gelang ihr in den 90er Jahren allerdings und sie konnte über China nach Südkorea fliehen.  Heute hat sie in Seoul ein nordkoreanisches Restaurant und ihr Sohn studiert inzwischen an der Universität.

Es war sehr interessant einmal Nordkoreanern face-to-face zu begegnen und ihnen Fragen zu stellen. Dies hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Wiedervereinigung?!

Begegnen wir älteren Menschen in Seoul, denen wir mitteilen, dass wir aus Deutschland sind, freuen sie sich besonders darüber, dass wir 1. so gute Fußballspieler haben, aber auch 2. darüber, dass unser früheres geteiltes Land wiedervereint wurde. Für viele, vor allem ältere Koreaner, ist Deutschland daher ein Vorbild. Es gibt nämlich immer noch Familien, die durch den Korea Krieg getrennt sind und immer noch Hoffnung haben, dass sie ihre Verwandten und Freunde durch eine Wiedervereinigung sehen können und dass alles wieder wird wie früher. Bedenkt man allerdings, dass die Teilung des Landes über 60 Jahre zurück liegt, kann sich ein jeder ausrechnen, dass es nicht mehr viele Überlebende geben kann, die im Süden bzw. im Norden Familienangehörige haben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele der jungen Südkoreaner, unter anderem ein befreundetes koreanisches Paar von uns, einer Wiedervereinigung eher skeptisch gegenüber stehen, anstatt, dass sie dafür kämpfen würden. Sie fürchten, zu recht, eine wirtschaftliche Krise in Südkorea, wenn vielen der Nordkoreanern geholfen werden muss, da sich der Lebensstandard im Norden sehr von dem in Süden unterscheidet und angepasst werden muss. Weiterhin werden wahrscheinlich viele Nordkoreaner nach Seoul ziehen wollen und wahrscheinlich für sie keinen passenden Job auf dem Arbeitsmarkt bekommen, was Seoul vor einer weiteren Herausforderung stellen würde und wirtschaftlich sehr belasten könnte, welches die gute Situation einiger Seoul-Bürger verschlechtern könnte. Zwei der Nordkoreaner, die ich kennen lernen durfte, sagten, dass Nord- und Südkorea nur noch nicht wieder vereint ist, weil der Westen dem Norden viel zu viel geholfen hat und hilft. Das Regime kann einfach nicht zusammen brechen, weil Geld bzw. Materialien (z.B. Reis) direkt an die Regierung gehen und so gut wie gar nicht an die bedürftigen Menschen verteilt werden. Wir sollten aufhören, Nordkorea zu unterstützen, sagten sie! Auch ein interessanter Gedanke!

Jedes Mal, wenn ich entweder Menschen begegne, die für eine Wiedervereinigung sind oder gegen eine, dann frage ich mich, welche Gedanken ich heutzutage hätte, wäre unser Land noch geteilt. Hätte ich ein Interesse an einer Wiedervereinigung oder wäre es mir egal? Mir geht's ja gut im Westen, warum sollte es eine Änderung geben! Würde eine Wiedervereinigung meine Situation ändern, verschlechtern? Wie würde ich darüber denken? Hättet ihr eine Antwort parat?  

 

26.6.16 07:30


Öffentliche Verkehrsmittel in Seoul

Unterwegs mit Baby 

 

Drei Verkehrsmittel gibt es mit denen man in Seoul unterwegs ist, hat man kein eigenes Auto: Bus, Metro und Taxi. Meiner Meinung nach sind alle drei Verkehrsmittel schneller und stressfreier, als das eigene Fahren. Ich hätte auf so einiges keine Lust, würde ich selbst hinter dem Steuer sitzen: schwerbeladene Rollerfahrer, die einen gefühlt von oben, unten, vorne, hinten, links und rechts gleichzeitig überholen; hupende Autos, die einfach nur sagen wollen "Achtung, ich komme!" und natürlich Stau, Stau und nochmals Stau!

 

Bus

Mit Baby in der Tragetasche finde ich das Busfahren am einfachsten. Ich kann mich entweder im Bus hinstellen oder auf die reservierten Plätze für Schwangere, Alte, Behinderte oder Müttern (sic! Siehe Foto!) mit Babys in der Tragetasche setzten, je nachdem wie eben mein Kind drauf ist, ob es jetzt gerne sitzen mag oder eben nicht.

 

 

Die Busse kommen regelmäßig alle 5-10 Minuten. Und mit meiner Seoul Bus App kann ich ganz schnell herausfinden, wann der nächste Bus an meiner Bushaltestelle ankommt und auch mit Google Maps nachsehen, wohin er fährt.

Bin ich mit dem Kinderwagen unterwegs kann ich auch nachschauen, ob ein Niedrigflurbus kommt, in den ich mit dem Kinderwagen einsteigen kann oder ob einer der alten Busse vorfährt, in dem es schwierig ist alleine mit dem Kinderwagen einzusteigen.

 

 

U-Bahn

Die U-Bahn gibt es in Seoul seit 1979 und ist mit fast 8 Millionen Fahrgästen täglich das höchste ausgelastete U-Bahn-System der Welt. Insgesamt gibt es 9 Linien in unterschiedlichen Farben, die alle zwischen ca. 6 Uhr in der Früh bis ca. 1 Uhr nachts im 5-10 Minutentakt fahren. Jede Haltestelle hat meistens mehrere Ein- bzw. Ausgänge. Mindestens einer dieser Ein-/Ausgänge hat einen Fahrstuhl oder einen Lift, den man rufen kann. So kommt man auch problemlos mit dem Kinderwagen in die Metro. Allerdings kann das schon mal dauern, da man gegebenenfalls mehrere Fahrstühle in die Tiefe nehmen muss. Einige U-Bahn Linien sind bis zu 8 Stockwerke tief unter der Erde verbuddelt! Am schnellsten geht’s dann doch wieder mit Baby in der Tragetasche. Auch in den Metros gibt es vorreservierte Plätze für Alte, Behinderte, Mütter mit Kindern oder Schwangere. In jedem Abteil! Das Umsteigen wird einem leicht gemacht, denn vorgefertigte Pläne sagen einem genau an welcher Tür am besten ausgestiegen wird, um beim Umsteigen den schnellsten Weg zur nächsten U-Bahn zu erreichen. So ist auch in der Rush-Hour, wenn gleichzeitig mit einem selbst noch weitere Millionen von Menschen in Seoul unterwegs sind, gewährleistet, dass man schnell die nächste Bahn erwischt.

 

 

Taxi

Auf den Straßen von Seoul sieht man überall orangene, silberne und schwarze Taxen. Zu fast jeder Tages- und Nachtzeit kann davon ausgegangen werden, dass schnell ein Taxi herbei gewunken werden kann. Und das geht so: Handfläche nach unten und mit allen Fingern zu einem winken. Uns ist es ganz am Anfang passiert, dass kein Taxi gehalten hat, weil wir, wie in New York den Arm nach oben gehalten und somit ein Stoppzeichen signalisiert haben. Nur wer etwas mehr auf der hohen Kante hat, leistet sich ein schwarzes Luxustaxi; unterscheidet sich von den anderen eigentlich wirklich nur darin, dass es schwarz und die Fahrt teurer ist! Ansonsten nimmt man ein oranges oder silbernes und zahlt für knapp 10 Kilometer ca. 5 Euro (je nach Verkehr natürlich). Auch mit dem Baby in der Tragetasche kann und darf man hier Taxi fahren oder man klappt den Kinderwagen zusammen, verstaut ihn im Kofferraum, und schnallt das Baby mit samt dem Kindersitz hinten an.

 

 

In allen drei Verkehrsmitteln kann mit der sogenannten T-Money Karte gezahlt werden. Auf dieser wird Geld geladen, das dann abgebucht wird, wenn damit beim Eingang in der Metro an Drehkreuzen oder Schranken oder im Bus eingecheckt oder am Ende einer Taxifahrt bezahlt wird. Ungefähr 1,300 Won (ca. 1 Euro) kostet eine Metro- oder Busfahrt. Nur, wer sehr, sehr lange fährt stürzt sich in Unkosten und muss am Ende ca. 20-30 Cent zusätzlich zahlen.

 

Übrigens: die Busse und Taxen fahren hier mit Gas und sorgen wenigstens ein bisschen dafür, dass ein Teil des Smogs eben nicht von ihnen verursacht wird.

 

Fazit: die Entscheidung kein Auto in einer Megastadt zu holen, in der ständig Busse, Bahnen und Taxen fahren, war richtig! Nur das Einkaufen erschwert die Sache manchmal. Aber dann wird ein Rucksack oder ein Koffer mitgenommen, der Einkauf wird dann ins Taxi geladen oder vom Supermarkt kostenlos nach Hause geliefert. Geht also alles hier auch ohne Auto!

29.3.16 07:29


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