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Good bye Korea, Good bye Seoul, Good bye my friends

Und das Schwerste daran 2014 nach Korea zu gehen, war der Familie und den Freunden in Deutschland „Auf Wiedersehen!“ zu sagen.
Und nun ist 2018 unsere Zeit in Korea vorbei und das Schwerste daran wieder nach Deutschland zu gehen ist „Auf Wiedersehen“ oder vielen guten Freunden „Tschüss für immer“ zu sagen, mit dem Wissen, dass man einige Menschen, die man die letzten Jahre hier lieb gewonnen hat, nie wieder sehen wird, weil auch sie weiter ziehen, weil auch sie irgendwo auf dieser Welt ein neues Leben anfangen werden!
Und doch, obwohl so hart, bin ich froh, dass ich hier Menschen kennen lernen durfte, die es mir nun schwer machen „Auf Wiedersehen!“ oder „Tschüss für immer!“ zu sagen (mein weinendes Auge).
Und doch bin ich froh darüber, Freunde und Familie in Deutschland zu haben, die sich auf uns freuen, die auf uns warten (mein lachendes Auge).
Und ich laufe durch die Straßen von Seoul und denke mir; „Heute war ich das letzte Mal in diesem Museum!“ oder „Heute war ich das letzte Mal in diesem Park!“ Und manchmal weiß man nicht, dass es das letzte Mal war!
Und ich weiß nicht worüber ich mich mehr freuen soll: über die Tatsache, dass wir diesem Straßenlärm und der schlechten Luft, dieser Hektik in dieser lebendigen Stadt bald entkommen können oder der Tatsache, dass wir bald in einem ruhigen Ort leben, in dem ich das Fenster auf mache und Wald, Wiese, Felder höre; in dem weniger Menschen leben, in dem man auch mal alleine ist…
Und werde ich das schnelle Leben, die vielen Möglichkeiten in dieser tollen Großstadt, das sichere Gefühl nachts als Frau durch verwinkelte Gassen zu laufen vermissen? Oder werde ich froh sein, in keinem Stau mehr fest zu stecken, froh darüber sein, auch mal alleine irgendwo spazieren gehen zu können, froh darüber sein nicht immer und ständig von CCTV Kameras beobachtet zu werden?
Ich weiß es nicht, wir werden sehen…
Und werden wir mit dem „reverse culture shock“ konfrontiert werden? Erst einmal froh darüber sein, dass wir Familie und Freunde wieder sehen können, dass wir lecker Essen gehen und morgens schon um 7 Uhr frische Brötchen bekommen können? Dann sich aber doch irgendwie fremd fühlen in der eigenen Heimat mit der eigenen Kultur, weil keiner nachvollziehen kann, was man fast 4,5 Jahre als Expat erlebt hat und wie man sich fühlt; weil sich alles verändert hat, weil wir uns verändert haben?!?!
Ich weiß es nicht, wir werden sehen…
Und wann werden wir wieder kommen? Wann das nächste Mal Seoul besuchen? Eine lange Zeit wird bis dahin vergehen… Ich bin mir sicher! Dennoch möchte ich unseren Kindern, in deren Pässen steht „Geburtsort: Südkorea“ und deren Mittelname ein koreanischer ist, ihren Geburtsort zeigen, aber wann wird das sein? Seoul verändert sich so rasant schnell (balli-balli, sagt man hier): Wird es dann noch Fionas Kindergarten geben? Die Deutsche Schule, an der ich so gerne gearbeitet habe? Unser Hochhaus, in dem wir gelebt haben? Werden dann noch unsere koreanischen Freunde hier leben?
Ich weiß es nicht, wir werden sehen…
„So sehr Sie sich auch bemühen – an die ersten drei Jahre seines Lebens wird sich Ihr Kind später nicht erinnern können.“ Dies las ich vor kurzem auf www.eltern.de. Unsere Tochter ist am 15. Juli 2018 drei Jahre alte geworden. Am 25. Juli 2018 haben wir Korea verlassen! Ist das gut, dass Fiona sich an nichts mehr erinnern kann? Macht es ihr das Ankommen in Deutschland einfacher? Oder ist es traurig und schade, dass sie nur noch anhand von Bildern und Videos doch irgendwie Erinnerungen an ihre Freunde, an ihre Nanny, an Seoul, an ihre ersten drei Lebensjahre hat?
Ich weiß es nicht, wir werden sehen…
Ich werde so vieles vermissen!
Und so vieles auch nicht!
Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge!
Good bye Korea, Good bye Seoul, Good bye my friends
20.7.18 05:46
 
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