* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback
   31.12.17 15:30
    Hello. And Bye.
   8.02.18 00:11
    Guten Tag, lieben Dank f
   25.06.18 20:07
    Viele Arzneien gegen Par
   30.08.18 11:58
    Darüber hinaus ist die C






Schwanger bzw. mit Baby in Seoul

Im Vergleich zu Deutschland ist einiges anders, wenn man schwanger oder mit Baby in der Großstadt Seoul lebt.  

 

 

Unterwegs in Seoul als Schwangere oder mit Baby

Den Weg zur Arbeit fahre bzw. fuhr ich immer mit dem Bus. Als Schwangere habe ich immer einen Sitzplatz angeboten bekommen, denn entweder habe ich den speziellen Sitzplatz für Schwangere bekommen, den es in jedem Bus gibt, oder irgendein Koreaner ist für mich aufgestanden. Dasselbe gilt in der U-Bahn. In jedem Abteil gibt es spezielle Sitzplätze für Ältere, Verletzte oder Schwangere. Diese werden selbst dann nicht von „normalen“ Menschen besetzt, wenn die Bahn voll ist!

Entscheidet man sich mit dem Baby in Seoul Ausflüge zu machen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, muss man einiges beachten.

Wird der Kinderwagen genommen, um U-Bahn zu fahren, dann sollte sich vorher erkundigt werden, wo der Aufzug ist, der sich an einen der mehreren U-Bahn Eingänge befindet, sonst ist es schwierig die Treppen zu bewältigen. Fährt man Taxi und möchte den Autositz anschnallen, kann es schon mal sein, dass auf das nächste Taxi gewartet werden muss, weil das aktuelle Taxi hinten keinen Anschnallgurt hat.

Busfahren ist auch schwer mit einem Kinderwagen, dort ist es einfach zu eng.

Oft ist es allerdings so, dass viele Babys in Baby-Carrier rumgetragen werden, das ist hier einfacher mit den ganzen Treppen und hohen Bordsteinen. Das sieht dann so aus:

 

 

Mutterschutz und finanzielle Unterstützung in Korea

Die Geburtenrate in Korea ist mit 1,2 Kindern pro Frau sogar noch niedriger als in Deutschland mit 1,4 Kindern pro Frau.

Da hilft es nicht grade, dass es hier keinen Erziehungsurlaub, kein Erziehungs- und Kindergeld gibt.

Die meisten Frauen bekommen von ihrer Firma drei Monate Mutterschutz, davon zwei Monate voll bezahlt. Das ist gesetzlich geregelt. Danach gehen viele koreanischen Frauen entweder wieder arbeiten, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren, oder geben ihren Job auf und bleiben erstmal ganz Zuhause. Ich habe mich entschieden ein halbes Jahr zu Hause zu bleiben, davon vier Monate unbezahlt. Für Väter sieht die Lage noch ungemütlicher aus. Sie dürfen nur einige Tage (3-4) nach der Geburt zu Hause bleiben, dann müssen sie wieder arbeiten gehen oder riskieren, ihren Job zu verlieren!

Während der Schwangerschaft erhält jede koreanische Frau einen 500 TKW Gutschein (ca. 400 Euro), mit dem sie Arztrechnungen zahlen kann. 

 

Kinderbetreuung

Dafür kann man sein Baby schon sehr früh in Kinderkrippen abgeben, teilweise von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, und zahlt dafür Vollzeit nur ungefähr umgerechnet 300-400 Euro im Monat bzw. kriegt den Krippen- oder Kindergartenplatz auch, bis auf das Essen, ganz bezahlt.

Geben Mütter ihr Kind nicht in der Kinderkrippe ab, gibt es auch die Möglichkeit eine Nanny einzustellen. Viele Nannys sind hier in Seoul meistens Philippinerinnen, sprechen gut Englisch, sind zuverlässig und sehr kinderlieb. Oder man stellt eine ältere koreanische Dame (auch "Atschuma" genannt ) über eine Nanny-Agentur ein.

Oder die Großeltern passen auf die Babys auf. Das machen übrigens auch viele direkt nach der Geburt. Viele koreanische Mütter ziehen eine Weile zu den Eltern oder lassen die Eltern bei sich wohnen, die sich dann wirklich 24 Stunden um Mutter und Baby kümmern können, eine Betreuung durch eine Hebamme gibt es hier nämlich nicht. Deswegen kümmert sich meistens die Familie um Mutter und Baby. Und das oft die ersten 100 Tage! Diese Zahl ist sehr magisch in Korea! Man sagt, dass wenn Mutter und vor allem Baby 100 Tage gesund bleiben, sie das Schwierigste geschafft haben. Deshalb verlassen viele Mütter mit ihren Babys die ersten 100 Tage auch nicht das Haus!

Ich habe das natürlich nicht ausgehalten. Direkt nach einer Woche waren wir schon ein bisschen spazieren und nach drei Wochen dann auch mal ein bisschen einkaufen. Da wird man teilweise blöd angeguckt und vor allem die älteren Koreanerinnen (sogenannte Atschumas) sind geschockt, wenn man sagt, dass das Baby grade mal einen Monat alt ist. Ob ich denn okay wäre und ob wir denn nicht das Kind bei 30 Grad Hitze einwickeln wollen, anstatt es mit einem leichtbekleideten Body im Kinderwagen liegen zu lassen, wurden wir schon gefragt! Sehr lustig!

Es gibt auch einige Mütter, die direkt nach der Geburt in sogenannte Mütterhotels ziehen! Dort werden sie dann rund um die Uhr gepflegt und um das Baby kümmert sich oft jemand anderes. Es ist hier nämlich sehr wichtig, dass sich die Mutter nach der Geburt schnell wieder erholt. Deswegen bekommt sie im Krankenhaus oder in diesen Hotels Seetang-Suppe. Die ist sehr eisenhaltig und sorgt dafür, dass die Mama schnell wieder zu Kräften kommt. Habe ich auch im Geburtszentrum bekommen und war eigentlich sehr lecker und bekömmlich!

Wie schon erwähnt, gibt es eine Nachbetreuung durch eine Hebamme nicht. Man kann aber, wie ich das gemacht habe, den privaten Services einer Stillberaterin in Anspruch nehmen. Die zeigen einem, wie man richtig stillt und verwöhnen die Mutter auch mit Massagen.

 

Die Geburt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Geburt in Seoul zu erleben. Entweder geht man in eines der unzähligen Krankenhäuser oder, wenn man ein bisschen mehr Geld ausgeben möchte, in ein Geburtshaus. Wird sich für ein Krankenhaus entschieden, ist es wichtig, dass mit den Ärzten und Krankenschwestern und Hebammen geklärt wird, wie die Geburt ablaufen soll. Sonst könnte es passieren, dass man während der Geburt nur im Bett liegen bleiben muss, dass zu schnell ein Kaiserschnitt gemacht wird oder dass das Kind direkt nach der Geburt in die Obhut der Krankenschwestern kommt und nicht zu Mama und Papa, obwohl das von einem vielleicht nicht gewollt wird.

Im Geburtszentrum, wie in unserem Fall, werden einem alle Möglichkeiten gegeben, die die natürliche Geburt unterstützen: Wassergeburt, Geburtsball, Geburtsstuhl oder oder oder…

 

Stillen

In der Öffentlichkeit stillende Frauen gibt es in Seoul eigentlich nicht. Das wird hier leider nicht so gerne gesehen. Damit man trotzdem seinem Baby das geben kann, was es braucht, gibt es in jeder größeren U-Bahn Station, in jedem Kaufhaus und größeren Gebäuden Stillräume. Teilweise sind diese nicht nur mit Sofas und Stillkissen ausgestattet, sondern auch mit Flaschensterilisatoren, Massagesesseln und Feuchttüchern.

Kein Grund also zur Panik, wenn das Baby anfängt zu schreien und die Brust möchte.

  

Wie ihr seht ist einiges anders, wenn man schwanger oder mit einem Baby in Seoul lebt. Anders, aber machbar, manchmal unbequemer, als in Deutschland, manchmal besser, eben weil man in einer Großstadt lebt.

18.8.15 02:26
 
Letzte Einträge: Mundschutz-Masken in Korea


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung